Belgien und die Weltausstellungen
Belgien blickt auf eine langjährige Tradition der Teilnahme an internationalen Ausstellungen zurück und war bereits mehrmals Gastland.
Belgien und die Weltausstellungen
Zurück in die Zukunft
Die Teilnahme an internationalen Ausstellungen trägt dazu bei, den Ruf des gesamten Landes sowie der verschiedenen Gemeinschaften und Regionen zu stärken. Ein belgischer Pavillon oder ein belgischer Garten ist eine vorübergehende physische Vertretung Belgiens im Ausland und hat zum Ziel, das Interesse an Belgien im Hinblick auf Tourismus und Investitionen zu wecken.
Die Expo 2020 in Dubai, die Floriade 2022 in Almere und die Expo 2025 in Osaka sind die drei jüngsten Weltausstellungen, an denen Belgien teilgenommen hat. Belgien durfte im Laufe der Geschichte auch schon mehrfach als Gastgeber einer Weltausstellung fungieren. Die Expo 1958 ist das bekannteste Beispiel dafür.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 1851 London
Die allererste Weltausstellung fand 1851 in London unter dem Titel „The Exhibition of the Works of Industry of All Nations“ statt. Die Expo fand statt, während die industrielle Revolution in vollem Gange war.
Die erste Weltausstellung fand im Crystal Palace im Hyde Park statt. Belgien war als eines der 25 teilnehmenden Länder ebenfalls vertreten und erhielt für die Ausstellung einen eigenen Bereich.
Im belgischen Bereich standen verschiedene Statuen. Eine davon war die Statue von Gottfried von Bouillon, geschaffen von Eugène Simonis. Diese Statue steht heute auf der Place Royale in Brüssel. Auch die Statue „Le Lion Amoreux“ von G. Geefs war im belgischen Bereich zu sehen.
Belgien stellte auf der Weltausstellung von 1851 sein Know-how im Textilsektor vor. So waren verschiedene königliche Manufakturen, die Teppiche, Tücher und Stoffe herstellten, auf der Ausstellung vertreten. Die Textilindustrie in Belgien erlebte zu dieser Zeit einen Aufschwung. Belgien war nicht nur für seine wunderschönen Designs bekannt, sondern auch für die innovativen Techniken und Materialien, die dort im Land zum Einsatz kamen.
Außerdem konnte man in der belgischen Abteilung im Crystal Palace auch etwas über die Herstellung von Spitze lernen.
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Expo 1897 Brüssel
Die Weltausstellung 1897 in Brüssel fand vom 10. Mai bis zum 8. November unter dem Motto „Modern Life“ statt. Der Jubelpark erwies sich als idealer Standort für eine solche Weltausstellung. Im Jahr 1875 wurde das dort befindliche Militärübungsgelände in den beeindruckenden Park umgestaltet, der heute als Jubelpark bekannt ist.
Im Jahr 1897 begrüßte der Jubelpark 26 teilnehmende Länder und Nationen sowie die belgischen Provinzen und verschiedene thematische Galerien. Diese Galerien zeigten die neuesten Innovationen der Zeit, wie beispielsweise Boiler, Lüftungssysteme und vieles mehr. Andere Galerien widmeten sich wiederum der Sozialwirtschaft und der Hygiene.
Auch die größten belgischen Städte waren mit einem eigenen Pavillon vertreten. Der Brüsseler Pavillon war vollständig im gotischen Stil gehalten und enthielt Nachbildungen von Manneken Pis, Le Cracheur und Les Trois Pucelles.
Die belgische Moderne rückte in den Mittelpunkt. Die Weltausstellung war daher auch ein echter Meilenstein für die Jugendstil-Bewegung. Auch das offizielle Plakat für diese Ausstellung wurde in diesem Stil gestaltet.
Victor Horta errichtete für die Weltausstellung den „Pavillon der menschlichen Triebe“ oder den Horta-Lambeaux-Pavillon. Der Pavillon war das erste Gebäude, das dieser Architekt entwarf. Horta sollte sich danach zu einem echten Pionier dieser Bewegung entwickeln. Der Pavillon ist zudem das einzige Bauwerk, das heute noch von dieser Weltausstellung erhalten ist.
Dank dieser Weltausstellung, die rund 6 Millionen Besucher anziehen konnte, verbreitete sich der Jugendstil auf der ganzen Welt. Die Ausstellung sorgte in Belgien zudem für einen starken Fortschritt bei der Eisenbahn- und Straßeninfrastruktur.
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Expo 1905 Lüttich
Die Weltausstellung von 1905 in Lüttich fand im Jahr des 75. Jahrestags der belgischen Unabhängigkeit statt.
Die Ausstellung, die in den Hohen Venn bei Lüttich stattfand, widmete sich den Leistungen belgischer Wissenschaftler, Ärzte und Ingenieure. Für die Ausstellung wurden dort neue Brücken und Straßen angelegt. Ein Beispiel dafür ist die Fragnée-Brücke, die bis heute eine Überquerung über die Maas ermöglicht.
Das Palais des Beaux-Arts, das heute als Museum dient, wurde für die Ausstellung im Parc de la Boverie errichtet.
Für die Ausstellung wurden zahlreiche Häuser im „wallonischen Stil“ errichtet. Die Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Lambert in Lüttich wurde auf dem Ausstellungsgelände neben 80 Pavillons nachgebaut. Für jene Zeit war es eine der größten Weltausstellungen, die je organisiert worden waren. Nur in Frankreich und den Vereinigten Staaten hatten die Organisatoren zuvor bereits ein ähnlich großes Projekt auf die Beine gestellt.
Für diese Ausstellung wurden auffallend große Anstrengungen unternommen, um internationale Besucher anzulocken. So gab es großes Interesse aus Frankreich, doch die Expo 1905 durfte auch eine ganze Reihe hochrangiger Persönlichkeiten aus noch weiter entfernten Ländern begrüßen. So gab es hochrangige Gäste aus Russland, Persien und Japan.
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Expo 1910 Brüssel
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlangte Belgien dank seiner industriellen Entwicklung und des Erfolgs früherer Weltausstellungen internationale Anerkennung. Belgien wollte diese Position mit der Expo 1910 in Brüssel weiter stärken und sich als strategischer Knotenpunkt zwischen Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Frankreich positionieren.
Die Ausstellung widmete der Kolonialisierung große Aufmerksamkeit, da sie auf dem Höhepunkt der Kolonialzeit stattfand. Die Besucher konnten den algerischen, indochinesischen, madagassischen oder tunesischen Pavillon besuchen.
Das Ausstellungsgelände befand sich auf dem Solbos-Plateau, wo die ULB 1920 ihren Hauptcampus errichten sollte. An anderen Orten in der Umgebung von Brüssel wurden ebenfalls spezielle Sektionen eingerichtet, wie beispielsweise die Sektion für Bildende Künste im Jubelpark und eine der Kolonisierung gewidmete Sektion in Tervuren. Das Museum in Tervuren wurde für die vorangegangene Weltausstellung in Brüssel, die Expo 1897, erbaut.
Auch diese Ausstellung leistete einen enormen Beitrag zur territorialen Erweiterung und Urbanisierung der Stadt Brüssel. Die „Brussels Kermess“ war für viele Besucher der Höhepunkt der Ausstellung. Im Rahmen der Ausstellung fanden zahlreiche Fachkongresse statt, bei denen Themen wie Gartenbau, internationale Verbände, tropische Astronomie oder geistiges Eigentum behandelt wurden.
Die Weltausstellung 1910 in Brüssel verlief nicht ohne Zwischenfälle. Am 14. August 1910 brach ein Feuer aus, wodurch die Brüsseler Kirmes, der englische Pavillon und ein Teil des französischen Pavillons beschädigt wurden.
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Expo 1913 Gent
Die Weltausstellung von 1913 fand in Sint-Pieters-Aalst in Gent statt. Dort befinden sich heute unter anderem der Citadelpark und das Miljoenenkwartier.
Bereits 1899 veranstaltete Gent eine Provinzausstellung. Diese Ausstellung war so erfolgreich, dass die Stadt Gent beschloss, sich um die Ausrichtung der Weltausstellung 1913 zu bewerben.
De exposite omvatte een grotere oppervlakte dan eender welke andere wereldtentoonstelling die reeds plaatsvond in België. De grootste Europese landen, de Verenigde Staten, Canada, Argentinië en Perzië tekenden allemaal present met eigen paviljoenen. Andere landen werden ondergebracht in de International Hall. Wat betreft deelnemersaantal was de expo ook een immens succes.
Die Ausstellung in Gent bot der Stadt die Gelegenheit, das Stadtzentrum und insbesondere die Graslei zu sanieren. Der Bahnhof Gent-Sint-Pieters wurde sogar eigens für die Ausstellung erbaut.
Der Bereich „Altes Flandern“ war einer der meistbesuchten der gesamten Ausstellung. Dieser Teil sollte die vielen Neuerungen zeigen, die Flandern in den letzten Jahren durchlaufen hatte.
Es war die letzte große Weltausstellung in Europa vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Leider wurden viele der für die Ausstellung errichteten Bauten zerstört.
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Expo 1933 Chicago
1933 fand die Weltausstellung zum zweiten Mal in Chicago, Illinois, statt. Die amerikanische Metropole war in den 1920er Jahren von hoher Kriminalität geprägt und wurde von der Mafia heimgesucht. Die turbulente Lage veranlasste die Stadt, die Weltausstellung als Chance zu nutzen, um sich ein besseres Image zu verschaffen.
Die Ausstellung nahm einen großen Teil des Burnham Parks am Michigansee ein. Wie bei jeder Weltausstellung wurde ein Slogan gefunden: „A Century of Progress“.
Aufgrund des Zusammenbruchs des amerikanischen Aktienmarktes am 28. Oktober 1929, auch bekannt als „Schwarzer Dienstag“, konnten nur 19 Länder teilnehmen. Belgien war eines davon.
Belgien errichtete ein „Belgian Village“. Es entstand eine Art „kleines Belgien“, in dem Nachbildungen des Ostendertors, des Sint-Niklaas-Armenhauses aus Antwerpen, der mittelalterlichen Stadttore von Brügge und sogar typische Häuser mit hohen Giebeln zu sehen waren.
Die Besucher fühlten sich wie in Belgien: Sie konnten über gepflasterte Straßen schlendern, sahen weiße Gänse, alte Mühlen, einen alten Schmied… Auch die bekannten belgischen Schnürsenkel wurden in dem belgischen Dorf hergestellt. Jeden Nachmittag und Abend fanden Aufführungen statt, bei denen Bauernmädchen in typischer altflämischer Tracht Volkstänze vorführten.
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Expo 1935 Brüssel
Die Weltausstellung von 1935 in Brüssel war die erste, die unter der Aufsicht des Bureau International des Expositions (BIE) stattfand. Vom 27. April bis zum 3. November 1935 stand die Ausstellung unter dem Motto „Verkehr“ und diente der Feier des hundertjährigen Bestehens der ersten Eisenbahnstrecke auf dem europäischen Festland, nämlich der Strecke zwischen Brüssel und Mechelen.
Es wurde vereinbart, dass sowohl Antwerpen als auch Lüttich Veranstaltungen zum hundertjährigen Jubiläum organisieren dürfen, wobei Brüssel als Gastgeber fungiert.
Das Jubelstadion – heute bekannt als König-Baudouin-Stadion –, das am 23. August 1930 eröffnet wurde, war das erste Bauwerk im Rahmen des neuen Stadtviertels, das fortan auf der Heysel-Ebene entstehen sollte.
Die Ausstellungshallen und vor allem die zentrale Halle waren die bekanntesten Symbole der Expo und galten als echte Aushängeschilder für die neuesten Techniken im Bereich Design und Bauwesen. Die zentrale Halle war dem Thema der Expo – dem Verkehr – gewidmet; an ihrer Fassade befanden sich vier Statuen, die jeweils der Segelschifffahrt, dem Pferdetransport, der Dampfkraft und der Luftfahrt gewidmet waren.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten war die Erschließung der Heysel-Ebene ein gewagtes Projekt, das Arbeitsplätze schuf und einen bedeutenden neuen Ausstellungsgelände hervorbrachte. Die Expo 1935 spielte eine wichtige Rolle bei der Stadterweiterung von Brüssel und ebnete den Weg für die Entwicklung von Laeken, das wenig später zum Austragungsort der Weltausstellung von 1958 werden sollte.
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Expo 1937 Paris
Die Weltausstellung von 1937 stand unter dem Motto „Kunst und Technik im modernen Leben“. Das Ausstellungsgelände erstreckte sich letztlich weit über die ursprünglichen Planungen hinaus. Es umfasste den Trocadéro, den Champ de Mars und die Uferpromenaden der Seine zwischen den Brücken von Alma und Passy.
Die Ausstellung fand inmitten einer Wirtschaftskrise statt und wurde durch zahlreiche Verzögerungen beeinträchtigt, die auf Wechsel in der Leitung und am Veranstaltungsort, aber auch auf Überschwemmungen und Streiks zurückzuführen waren.
Dennoch nahmen nicht weniger als 44 Länder teil. Der belgische Pavillon bestand aus drei Gebäuden. Im Hauptpavillon wurden Marmor und Wandteppiche mit religiösen Motiven ausgestellt, darunter Szenen des belgischen „Ommegang“, der in vielen belgischen Städten veranstaltet wurde. Es gab auch eine Hommage an die belgischen Arbeiter, das „Monument au Travail“ der „Copères“. Die Einwohner von Dinant trugen diesen Namen.
Neben dem offiziellen Pavillon verfügte Belgien auch über einen Wintergarten, in dem die belgische Blumenschmuckkunst ausgestellt wurde. Schließlich gab es noch eine Tourismusgalerie. Dort waren Produkte aller Preisklassen zu finden.
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Expo 1939 New York
Wo früher die Mülldeponie von Queens lag, entstand ein regelrechtes Ausstellungsgelände. Dank der Weltausstellung von 1939 wurde das Gelände saniert, sodass es fortan für andere Zwecke genutzt werden konnte. Erneut vor dem Hintergrund einer Wirtschaftskrise versuchte diese Expo, den Erfolg der Expo 1933 in Chicago nachzuahmen, in der Hoffnung, die schlechten Erinnerungen an die Wirtschaftskrise auszulöschen.
Es wurde zu einer Hymne an Kapitalismus, Konsumismus und Demokratie, doch der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trübte die Feststimmung erheblich. Dem Konflikt wurde sogar ein prominenter Platz eingeräumt, sodass die Öffentlichkeit über die Entwicklungen in Europa informiert wurde. Für das Publikum erwies sich die Expo 1939 in New York mit mehr als 45 Millionen Besuchern als großer Erfolg. Das reichte jedoch nicht aus, um alle entstandenen Kosten wieder hereinzuholen.
Die Ausstellung fand anlässlich des 150. Jahrestags der Amtsübernahme von George Washington und der neuen Verfassung statt, doch der Schwerpunkt lag vor allem auf der Zukunft unter dem Motto „The World of Tomorrow“. Die positiven Auswirkungen der Technologien standen im Mittelpunkt der Ausstellung.
Am 16. November 1936 lud Präsident Roosevelt Länder aus aller Welt zur Teilnahme an der Veranstaltung ein. 58 Länder sagten zu, darunter auch Belgien. Der belgische Pavillon auf der Expo 1939 erhielt die Namen „Bells for Peace“ und „Belgian Friendship Pavilion“. Das Gebäude wurde vom Architekten Henry Van de Velde entworfen und von der Virginia Union University in Richmond, Virginia, umgenutzt. Die Universität nutzt das Gebäude noch immer für Basketballspiele.
Der belgische Pavillon stand ganz im Zeichen der Würdigung der Vergangenheit und der Sicherung einer besseren Zukunft.
Bemerkenswert war, dass Unternehmenspavillons prominenter platziert wurden als nationale Pavillons. Die Organisatoren glaubten nämlich mehr an die Vorteile des Kapitalismus als an den Nationalismus.
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Expo 1939 Lüttich
Die belgische Stadt Lüttich veranstaltete 1939 eine Sonderausstellung, um die Fertigstellung des 122 km langen Albertkanals zu feiern. Die Arbeiten am Albertkanal dauerten 10 Jahre, daher war eine Feier sicherlich angebracht. Die Ausstellung galt als der Startpunkt für die Neugestaltung der Wallonischen Region. Diese Ausstellung stand unter dem Motto „Wasserwirtschaft“.
Ziel war es, die Bedeutung von Wasser als Instrument für Energieversorgung, Entwicklung und Zusammenarbeit hervorzuheben. Alle Aktivitäten der Ausstellung fanden am Ufer der Maas statt.
Die Veranstaltung wurde international für ihre gut organisierte Pracht gelobt. Die Organisatoren glaubten an die Kraft des Städtebaus und sorgten dafür, dass alle Bauwerke den technischen, sozialen und kulturellen Erwartungen in hohem Maße gerecht wurden.
Acht landen hadden een paviljoen op de Expo: Duitsland, Egypte, Frankrijk, Luxemburg, Noorwegen, Nederland en Zweden. De Franse en Duitse paviljoenen waren de meest prominente. Een onmiddellijke weerspiegeling van de politieke spanningen van die tijd was dat de twee landen pal tegenover elkaar kwamen te liggen op de exposite.
Die Expo sollte ursprünglich bis November 1939 dauern, schloss jedoch am 2. September aufgrund des Kriegsausbruchs in Europa ihre Pforten. Trotz des traurigen Endes wurde ein großer Teil des Ausstellungsgeländes später in ein Sozialwohnungsgebiet für die Stadt umgewandelt, das unter dem Namen Droixhe bekannt ist.
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Expo 1949 Port-au-Prince
Die Expo 1949 in Port-au-Prince, auch bekannt als „The Festival of Peace“, bot der haitianischen Regierung unter der Führung von Dumarsais Estimé die Gelegenheit, internationale Aufmerksamkeit zu erregen und den Tourismussektor in Haiti zu fördern.
Die Ausstellung feierte den 200. Jahrestag der Gründung von Port-au-Prince. Sie bot die Gelegenheit, die Stadt zu modernisieren und das Gebiet rund um die Bucht von Gonave neu zu gestalten. Die Ausstellung ging mit groß angelegten Kommunikationskampagnen der haitianischen Regierung in den Vereinigten Staaten und in Lateinamerika einher.
De expo mocht uiteindelijk 250.000 bezoekers verwelkomen. Er werden heel wat nieuwe hotels gebouwd om toeristen te kunnen herbergen. Ook in de stad gingen sanitaire voorzieningen erop vooruit.
Die Pavillons der Post, der Touristeninformation, der beleuchteten Fontäne und des grünen Theaters wurden später zu offiziellen Regierungsgebäuden umgebaut, umgeben von Palmen und modernen Gebäuden, darunter der Zentralpark und der Botanische Garten. Der belgische Pavillon war einer dieser Pavillons.
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Expo 1958
Die Weltausstellung von 1958 fand vom 17. April bis zum 19. Oktober 1958 in der belgischen Hauptstadt Brüssel statt. Das Ausstellungsgelände befindet sich noch immer auf dem Heizel, auch wenn nur noch wenige Gebäude erhalten sind.
Unter dem Motto „Eine Welt nach menschlichem Maß“ erstreckte sich die Ausstellung über eine Fläche von rund 200 Hektar. Mehr als 42 Millionen Menschen besuchten die Veranstaltung, an der 44 Länder und Organisationen teilnahmen.
Belgien bewarb sich am 7. Mai 1948 um die Ausrichtung der Ausstellung und wurde im November 1953 ausgewählt.
Belgien beschloss, während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bewerbung als Gastgeberland einzureichen. Dabei fühlte es sich durch den finanziellen Erfolg der Expo 1935 bestärkt.
Ursprünglich war die Weltausstellung für 1955 geplant, doch da die Entscheidung über das Gastgeberland erst nach dem Waffenstillstand im Koreakrieg im Jahr 1953 getroffen werden konnte, wurde die Ausstellung um drei Jahre verschoben.
Die Expo 1958 war die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Symbolik prägte das Thema maßgeblich: Freiheit und Fortschritt, die auch in den 1950er- und 1960er-Jahren zentrale Themen waren. König Baudouin eröffnete die Weltausstellung und rief dabei zu Frieden sowie zu sozialem und wirtschaftlichem Fortschritt auf.
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Expo 1962 Seattle
Die Ausstellung in Seattle stand unter dem Motto „Man in the Space Age“. Die Expo 1962 in Seattle drehte sich um den wissenschaftlichen Fortschritt und war eine Hommage an den „American Way of Life“. Die Vereinigten Staaten wollten damit den Schock über das erfolgreiche Raumfahrtprogramm der Sowjets abmildern.
Es gab fünf Hauptbereiche: die Welt der Wissenschaft, die Welt des 21. Jahrhunderts, die Welt von Handel und Industrie sowie die Welt der Unterhaltung. Dennoch stand die Raumfahrt im Mittelpunkt der „Century 21 Exposition“. Das Gelände wurde daher von einem Symbol der Raumfahrt dominiert: der Space Needle von John Graham.
Die architektonische Innovation beschränkte sich nicht nur auf die Needle. Paul Thiry entwarf das futuristische Coliseum. Dieses Bauwerk ist heute als Key Arena bekannt und wurde für den Washington State Pavilion errichtet. Für den U.S. Science Pavilion, das heutige Pacific Science Center, verband der Architekt Minoru Yamasaki japanische und gotische Ästhetik. Zu den nationalen Pavillons gesellten sich zahlreiche Pavillons amerikanischer Unternehmen.
Beeindruckende Ausstellungen zeigten, wie sich Experten vorstellten, dass der Mensch im 21. Jahrhundert leben, arbeiten, spielen und reisen würde. Auch die Kunst war auf der Messe stark vertreten, mit 72 Meisterwerken von Künstlern wie Tizian, El Greco, Caravaggio, Rembrandt, Rubens, Toulouse-Lautrec, Monet, Klee, Braque und Picasso.
Unter den 44 teilnehmenden Ländern stach Belgien besonders hervor: Walter Cleyman stellte am 21. April 1962 in Amerika die belgischen Waffeln vor, und es war ein grandioser Erfolg. Bis heute gelten die belgischen Waffeln als der Überraschungshit der Ausstellung. Innerhalb von sechs Monaten verkaufte Cleyman eine halbe Million Waffeln.
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Expo 1967 Montreal
Die Weltausstellung von 1967 sollte ursprünglich in Moskau stattfinden und mit dem 50. Jahrestag der Oktoberrevolution zusammenfallen. Als die Sowjetunion jedoch 1962 ihre Kandidatur zurückzog, wurde Montreal als Austragungsort ausgewählt.
Die Expo 1967 in Montreal fiel mit dem 100. Jahrestag der kanadischen Konföderation zusammen und fand zudem 325 Jahre nach der Gründung der Stadt statt. Das Thema der Expo lautete „The Planet of Mankind“. Die Inspiration für dieses Thema stammte aus dem Buch „La Terre des Hommes“ von Antoine de Saint-Exupéry über die universellen Probleme der Menschheit, das wiederum von der Expo '58 inspiriert war.
Neben wissenschaftlichen, technologischen und industriellen Fortschritten förderte diese Ausstellung auch die soziale Verantwortung und das Umweltbewusstsein der Menschen. Die Expo '67 war zweifellos eine der erfolgreichsten Ausgaben. Sie zog mehr als 50 Millionen Besucher an, während Kanada nur 20 Millionen Einwohner zählte.
Der belgische Pavillon stand unter dem Motto „Nothing human is foreign to the Belgian“. Dies fasst den Kern der Präsentation des Landes zusammen: ein umfassendes Panorama der vielen Bereiche, in denen sich Belgien hervorgetan hat.
Anhand der Architektur des Pavillons stellte Belgien einige Stärken unseres Landes heraus. Im Pavillon wurden Meisterwerke belgischer Künstler aus verschiedenen Disziplinen ausgestellt. Darüber hinaus gab es in den verschiedenen Abteilungen audiovisuelle Vorführungen zu sehen, die sich mit demokratischen Freiheiten, sozialem Fortschritt und den touristischen Attraktionen Belgiens befassten, sowie eine wissenschaftliche Präsentation, historische Persönlichkeiten Belgiens und elegante Gastronomie.
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Expo 1970 Osaka
Die Expo 1970 in Osaka war die erste Weltausstellung in Japan und Asien. Das Thema der Expo lautete „Fortschritt und Harmonie für die Menschheit“. Mit 77 teilnehmenden Ländern und mehr als 64 Millionen Besuchern wurde ein Rekord gebrochen. Diese Zahlen wurden erst 2010 übertroffen, als Shanghai Gastgeber einer Weltausstellung wurde.
Die Ausstellung fand vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und der Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs statt. Japan erlebte zu dieser Zeit einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Ziel der Ausstellung war es, den Frieden zu fördern und durch den weltweiten Fortschritt der technologischen Zivilisation eine gemeinsame Grundlage zu schaffen. Gleichzeitig wollte Japan mit Hilfe der Ausstellung auch aktuelle Probleme wie Umweltzerstörung und Armut angehen.
Der belgische Pavillon befand sich im östlichen Bereich des Geländes und stand unter dem offiziellen Motto „You and Us“. Er vermittelte das Bild eines einfachen und menschlichen Belgiens, das in Brüderlichkeit und Frieden nach einer besseren Lebensqualität strebte.
Der Pavillon war eine harmonische Mischung aus traditionellen belgischen und japanischen architektonischen Merkmalen. Im Garten wurde das Staatsgebiet dargestellt. Außerdem war der Pavillon in die Bereiche „Gegenwart“ (wo Belgier bei der Arbeit zu sehen waren), „Vergangenheit“ (mit einer Reihe von Gemälden, Wandteppichen, Schmuckstücken und anderen historischen Besonderheiten) und „Zukunft“ (mit einem Schwerpunkt auf technologischer Entwicklung) unterteilt.
Belgien wollte die Botschaft vermitteln, dass der Humanismus die Mechanisierung in Schach halten würde. Im Pavillon durfte die Gastronomie natürlich nicht fehlen.
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Expo 1992 Sevilla
Sobald Juan Carlos I. nach dem Tod von General Franco den Thron bestieg, kündigte er an, dass das Land eine Weltausstellung veranstalten werde. Sechzehn Jahre später, mit der Expo 1992 in Sevilla, konnte das Land seine kulturelle Vielfalt präsentieren.
Die Ausstellung wurde größtenteils während des Kalten Krieges vorbereitet, doch die Eröffnung fand erst nach dessen Ende statt, was erhebliche Auswirkungen auf die Organisation der Veranstaltung hatte. Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands gab es nicht mehr zwei, sondern nur noch einen Pavillon, der das Land repräsentierte.
Das Thema der Expo lautete „The Age of Discovery“, um den 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus zu feiern. Die Isla de la Cartuja, auf der der Entdecker vor seiner Reise gelebt haben soll, wurde als Veranstaltungsort für die Expo ausgewählt.
Belgien, ein Land am Schnittpunkt der großen europäischen Verkehrswege, ein Ort, an dem verschiedene Kulturen zusammenkommen, dessen Beitrag zu den Entdeckungen und zum Fortschritt der Menschheit sowie seine internationale Berufung zu Beginn des 21. Jahrhunderts aktueller und realer sind denn je. Das war die Botschaft, die der belgische Pavillon seinen Besuchern anhand verschiedener Themen vermitteln wollte.
Das erste Thema hob die zentrale Stellung Belgiens in Europa und die Rolle Brüssels als europäische Drehscheibe hervor. Das zweite Thema betraf den früheren und heutigen Beitrag der Belgier zu einem besseren Verständnis und zum Schutz unseres Planeten sowie zur Erforschung des Weltalls.
Die Belgier waren schon immer erfinderisch und haben aktiv an der großen Bewegung wissenschaftlicher und technologischer Entdeckungen teilgenommen. Das dritte Thema war ihnen gewidmet. Belgien war und ist einer der fruchtbarsten Bereiche für die Menschheit: das geistige Leben und die Künste. Das vierte Thema sollte dies verdeutlichen.
„Belgien ist auch ein einzigartiges Modell des Zusammenlebens auf zwei Ebenen, das sich aus drei kulturellen Gemeinschaften und drei Regionen zusammensetzt, die sich überschneiden, ohne miteinander zu verschmelzen, wobei jede ihre eigenen Besonderheiten aufweist.“ Das gesamte Erdgeschoss war der Darstellung dieser Realität gewidmet.
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Expo 2000 Hannover
Die Expo 2000 Hannover, die erste Weltausstellung in Deutschland, fand vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2000 in Hannover statt und zog 18 Millionen Besucher an. Die Expo stand unter dem Motto „Mensch – Natur – Technik“ und verkörperte die Ziele und Grundsätze des Aktionsplans Agenda 21, der 1992 auf dem Weltumweltgipfel in Rio de Janeiro verabschiedet worden war.
Deutschland – das gerade erst wiedervereinigt worden war – rief Länder aus aller Welt dazu auf, ihre Vision einer zukünftigen Gesellschaft vorzustellen und Verwaltungsmodelle sowie politische Maßnahmen vorzuschlagen, die auf ein besseres Gleichgewicht zwischen Mensch, Natur und Technologie abzielen.
Sowohl für den Veranstalter als auch für die Teilnehmer war es von entscheidender Bedeutung, dass die Gestaltung des Veranstaltungsortes strengen Richtlinien für nachhaltige Entwicklung entsprach, die in den Hannover-Prinzipien festgelegt waren.
Der belgische Pavillon war als Peppermint Pavillon bekannt. Heute wird das Gebäude im Expo-Park Hannover als Veranstaltungsort sowie als Hauptsitz der Plattenfirma Peppermint Jam und des Tonstudios Peppermint Park genutzt. Eigentümer ist der Musikproduzent Mousse T.
Der von Groep Planning CV entworfene Pavillon umfasste verschiedene Ausstellungsräume, in denen sich die verschiedenen belgischen Regionen präsentierten. Das Restaurant existiert bis heute.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2005 Aichi
Die Expo 2005 Aichi fand vom 25. März bis zum 25. September 2005 in der Präfektur Aichi statt und zog 22,05 Millionen Besucher an, weit mehr als die erwarteten 15 Millionen. Das Thema der Expo lautete „Nature’s Wisdom“ und basierte auf dem Kyoto-Protokoll von 1997, dessen Ziel die Reduzierung der Treibhausgasemissionen war.
Die Anlage wurde unter Berücksichtigung des Themas entworfen und gebaut und einer gründlichen Umweltprüfung unterzogen. Bestehende Wälder und Teiche wurden in die Anlage integriert, wobei die bebaute Fläche nur minimale Auswirkungen auf die Umgebung hatte.
Der belgische Pavillon erzählt die Geschichte des Blicks, den belgische Künstler – von Van Eyck bis hin zu zeitgenössischen Designern – auf die Natur um sie herum geworfen haben. Die Art und Weise, wie sie diese Natur in ihre Werke integrierten, hat nicht nur Kunstwerke hervorgebracht, die bis heute bewundert werden, sondern auch die Gesellschaft geprägt, in der sie damals lebten.
Die Ausstellungen verbanden künstlerische Fantasie mit modernster Technologie. Ein Beispiel dafür war der Bereich „Regionen und Gemeinschaften“, in dem hochmoderne Geräte das Bild Belgiens projizierten. Außerdem gab es einen Spielplatz für Kinder.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2008 Zaragoza
Nach dem Vorbild der erfolgreichen Weltausstellung von Sevilla im Jahr 1992 hat die spanische Stadt Zaragoza ein Projekt zur Organisation einer Fachausstellung ins Leben gerufen, um Investitionen anzukurbeln und die Entwicklung voranzutreiben, insbesondere entlang der Ufer des Ebro.
Angesichts der dringenden Frage der Wasserbewirtschaftung und der eigenen Erfahrungen der Stadt am Zusammenfluss zweier großer Flusssysteme wurde das Thema „Wasser & Nachhaltige Entwicklung“ als Leitmotiv der Expo 2008 gewählt, die mit dem 200. Jahrestag der Ersten Belagerung von Zaragoza zusammenfiel.
Der belgische Pavillon folgte dem Konzept einer Installation und eines Rundgangs. Er basierte auf dem natürlichen Wasserkreislauf in Belgien und dieser ganz besonderen Landschaft zwischen Himmel und Erde, in der sich die Horizonte vermischen.
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Expo 2010 Shanghai
Die Expo 2010 in Shanghai fand vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2010 statt und stand unter dem Motto „Better City, Better Life“ – in einer Stadt, die für ihr Wachstum, ihre kühnen Projekte und ihre einzigartige Lebensweise bekannt ist. Im Jahr 2010 lebte weltweit mehr als jeder Zweite in einer Stadt, was Fragen zu sozialer Durchmischung, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Hygiene und Mobilität aufwarf. Mit einer städtischen Bevölkerung von 23 Millionen Menschen galt Shanghai als idealer Ort, um Lösungen für diese dringenden Probleme vorzuschlagen.
Auf dem größten Gelände in der Geschichte der Weltausstellungen – 523 Hektar – starteten die chinesischen Behörden ein Großprojekt zur Neugestaltung des Gebiets zwischen der Nanpu- und der Lupu-Brücke im Zentrum von Shanghai, beiderseits des Huangpu-Flusses.
Neben ihrer Größe brach die Expo 2010 in Shanghai auch Rekorde hinsichtlich der internationalen Beteiligung und der Besucherzahlen. Insgesamt nahmen 246 Länder und internationale Organisationen an der Expo teil. Während der sechsmonatigen Dauer der Expo passierten mehr als 73 Millionen Besucher die Tore der Expo.
Der belgische Pavillon wurde von Conix Architects in Zusammenarbeit mit JV Realys erbaut. Die Struktur einer Gehirnzelle ist das dominierende konzeptionelle Bild des Pavillons. Er soll den künstlerischen und wissenschaftlichen Reichtum Belgiens sowie die zentrale Stellung des Landes innerhalb Europas verdeutlichen.
Das Gehirn-Symbol verweist zudem direkt auf die Rolle Belgiens als einer der wichtigsten Schnittpunkte Europas zwischen drei großen kulturellen Traditionen: der lateinischen, der germanischen und der angelsächsischen. Belgien, das eng mit seinen Nachbarländern verbunden ist, war schon immer ein „Ort des Gleichgewichts“, an dem Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenkamen, die über ihre nationalen Bedürfnisse hinausgingen.
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Expo 2012 Yeosu
Die Expo 2012 in Yeosu stand unter dem Motto „Der lebendige Ozean und die Küste: Vielfalt der Ressourcen und nachhaltige Aktivitäten“. Sie befasste sich mit der Rolle des Ozeans und der Küste als Lebensquellen und Regulatoren des Ökosystems, die zunehmend durch Gefahren wie die industrielle Entwicklung der Küstengebiete, die Übernutzung mariner Ressourcen und Umweltverschmutzung bedroht sind.
Die Besucher wurden auch zu einem jährlichen Jahrmarkt an der belgischen Küste mitgenommen. Beim Spaziergang vorbei an Karussells tauchte man in eine reiche Kulturgeschichte ein, aber natürlich nahmen auch Diamanten und Schokolade einen prominenten Platz ein.
Die Wanderung führte vorbei an Panoramablicken auf die belgische Küste mit ihren Dünen und dem wogenden Gras, wunderschönen Sandstränden und der tosenden Nordsee.
Der Pavillon war in drei Bereiche unterteilt: einen ersten Bereich, in dem die Beziehung zwischen Belgien und dem Ozean dargestellt wurde; den Souvenirladen; und ein Gourmetrestaurant.
Belgien und die Weltausstellungen
Floriade 2012 Venlo
Die internationale Gartenbauausstellung Expo 2012 Venlo war die sechste Floriade unter der Schirmherrschaft des BIE. Die Floriade 2012 Venlo wurde am 4. April 2012 von Königin Beatrix eröffnet und konnte mehr als 2 Millionen Besucher begrüßen, davon 52 % aus dem Ausland. Die Ausstellung stand unter dem Motto „Be part of the theatre of nature; get closer to the quality of life“.
Der niederländische Gartenbaurat wollte den Besuchern ein bleibend positives Erlebnis bieten und entschied sich daher für das Nachhaltigkeitsprinzip „Cradle-to-Cradle“. Dieses innovative Prinzip wurde in Zusammenarbeit mit dem deutschen Chemiker Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt und basiert auf Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit, wobei der Schwerpunkt auf dem Recycling von Rohstoffen liegt.
Der belgische Pavillon sollte auf der Floriade 2012 in Venlo einen Ort der Ruhe bieten. Das Publikum stand im Mittelpunkt des belgischen Pavillons. In einem monochromen Raum wurden Aussichtspunkte geschaffen.
Der Pavillon wurde von Gräsern umgeben und mit verschiedenen, ergänzenden Pflanzen bepflanzt. Bei der Materialauswahl lag der Schwerpunkt vor allem auf Nachhaltigkeit und Wiederverwertung. Er sollte ein Erlebnis schaffen, bei dem Menschen aus unterschiedlichen Gründen zusammenkommen.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2015 Milan
Im Jahr 2015 fand die Weltausstellung unter dem Motto „Feeding the Planet, Energy for Life“ in Mailand, Italien, statt. Die Expo befasste sich mit einer der größten Herausforderungen der heutigen Zeit und warf Fragen zur Nahrungsmittelproduktion, gesunder Ernährung, Bevölkerungswachstum, Abfallvermeidung und der effizienten Nutzung natürlicher Ressourcen auf.
Das Hauptthema wurde in sieben Unterthemen unterteilt: Wissenschaft für Lebensmittelsicherheit, -versorgung und -qualität; Innovation in der Lebensmittelversorgungskette; Technologie für Landwirtschaft und Biodiversität; Ernährungserziehung; Solidarität und Zusammenarbeit im Bereich Ernährung; Ernährung für einen gesünderen Lebensstil; sowie Ernährung in den Kulturen und ethnischen Gruppen der Welt.
139 internationale Teilnehmer widmeten sich auf unterschiedliche Weise dem Thema „nachhaltige Ernährung“ der Expo. Der belgische Pavillon wurde für sein Design, seine nachhaltige Bauweise und seine alternativen Methoden der Lebensmittelproduktion ausgezeichnet. Der Entwurf des Architekten Patrick Genard aus Namur basierte auf einem innovativen städtebaulichen Konzept, das die Biodiversität im Stadtzentrum fördert.
Der belgische Pavillon erhielt eine besondere Auszeichnung in der Kategorie „Design und Materialien des Gebäudes“, insbesondere für die erneuerbaren Energiesysteme wie Photovoltaik-Solarmodule, Windkraftanlagen, Wärmepumpen und Abwasserreinigung. Er wurde außerdem für „Other Special Initiatives“ ausgezeichnet, und zwar für die alternativen Methoden der Lebensmittelproduktion der Stadt der Zukunft: Hydrokultur, Aquaponik und Insekten.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2019 Beijing
Unter dem Motto „Live Green, Live Better“ widmete sich die Expo 2019 in Peking dem gemeinsamen Wunsch der Menschen nach einem grünen Lebensstil und dem Ziel, der Menschheit dabei zu helfen, sich an die Natur anzupassen, ihr Respekt zu erweisen und sich in sie zu integrieren.
Die Expo befand sich am Ufer des Guishui-Flusses im Bezirk Yanqing in Peking, am Fuße der Chinesischen Mauer, und das umzäunte Gelände erstreckte sich über insgesamt etwa 503 Hektar, was sie zur größten Gartenbauausstellung machte, die jemals organisiert wurde. Die Expo, an der 110 Länder und internationale Organisationen teilnahmen, war vom 29. April bis zum 7. Oktober 2019 geöffnet und verzeichnete 9,34 Millionen Besucher.
Das Büro „Nicolas Godelet 戈建 Architects & Engineers“ entwarf einen Garten, der an die belgische Landschaft erinnerte. Die Landschaft öffnete sich zu einer Wiese und einem von Bäumen gesäumten Hügel. In der Ferne schirmte eine „Wolke“ einen strukturierten Garten mit einem Zusammenspiel aus Rundungen und symmetrischen Linien ab. Dieser blumenreiche Raum beherbergte wertvolle Objekte aus der belgischen Malerei, Poesie und Bildhauerei. In der Mitte lud ein Tisch die Besucher dazu ein, etwas Zeit in dieser kleinen Ecke Belgiens zu verbringen und einige seiner Spitzenprodukte zu genießen.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2020 Dubai
Als erste Weltausstellung in der Region Naher Osten, Afrika und Südasien (MEASA) begrüßte die Expo 2020 Dubai Besucher aus allen Teilen der Welt. Mit mehr als 200 teilnehmenden Einrichtungen, darunter Länder und internationale Organisationen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen, wurde die Expo 2020 Dubai trotz der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Verschiebung zur größten und vielfältigsten Weltausstellung aller Zeiten.
Das Thema in Dubai lautete „Connecting Minds, Creating the Future“. Über einen Zeitraum von sechs Monaten konnten auf dem Expo-Gelände rund 24 Millionen Besucher begrüßt werden. 192 Länder und 10 internationale Organisationen waren auf der Expo 2020 Dubai vertreten.
Die Expo 2020 in Dubai war in drei Unterthemen unterteilt: Nachhaltigkeit, Chancen und Mobilität. Der belgische Pavillon wurde im Mobilitätsbezirk errichtet und stand unter dem Motto „Smart and Green Belgium 2050“. Der Pavillon wurde von Assar Architects & Vincent Callebout Architectures entworfen und von der BESIX Group gebaut.
Der belgische Pavillon erhielt den Namen „The Green Arch“, was auf die üppige Begrünung und das futuristische Design aus Massivholz anspielt. Das Gebäude war als Hommage an die Kreislaufwirtschaft, an Materialien biologischen und geologischen Ursprungs, an die Einbeziehung bioklimatologischer Prinzipien und erneuerbarer Energien sowie an den Erhalt der Artenvielfalt und der Natur konzipiert.
Der Pavillon bot den Besuchern eine große, schattige und natürlich belüftete Agora, da er direkt auf der Achse der vorherrschenden West-Ost-Winde Dubais lag.
Der Pavillon bot belgische Köstlichkeiten wie Pommes frites, Waffeln und Schokolade sowie eine umfangreichere Speisekarte im Bistronomie-Restaurant.
Die Szenografie war in vier Bereiche unterteilt: Eine futuristische Rolltreppe führte die Besucher ins Belgien des Jahres 2050. Im Bereich „Future Mobility Lab“ befanden sich die Ausstellungen der drei Regionen zu ihren Strategien für eine nachhaltige und kohlenstoffarme Mobilität. In der „Main Show“ wurde der Besucher in ein fesselndes Videoprojektionserlebnis entführt, das eine nachhaltige und widerstandsfähige Skyline Belgiens für das Jahr 2050 zeigte. Schließlich lud der „Belgium Mobility Hub“ alle dazu ein, sich mithilfe von AR in belgische Städte zu versetzen.
Belgien und die Weltausstellungen
Floriade 2022 Almere
Im Jahr 2022 reisten wir nach Almere in den Niederlanden zur siebten Ausgabe der alle zehn Jahre stattfindenden internationalen Gartenbauausstellung „Floriade“. Die Floriade 2022 in Almere fand vom 14. April bis zum 9. Oktober 2022 statt und stand unter dem Motto „Growing Green Cities“.
Belgien errichtete auf dieser internationalen Gartenbauausstellung unter der Leitung des Architekten Nicolas Godelet und des Bauunternehmers Bert Dautzenberg einen belgischen Garten.
Der belgische Garten wurde mit dem „Special Award dedicated to Sustainability“ ausgezeichnet. Damit würdigten die Organisatoren die Kernthemen des belgischen Gartens: Nachhaltigkeit, Ökologie und biologisch abbaubare Materialien.
Die Jury lobte Belgien mit folgenden Worten: „Der belgische Garten ist voller essbarer Blumen und Pflanzen. Der belgische Pavillon ist klein, aber groß im Design – mit einer geometrischen, verspielten und zeitgemäßen Gestaltung und äußerst nachhaltig. Alle Materialien sind vollständig wiederverwendbar oder biologisch abbaubar. „Ohne menschliches Eingreifen könnte sich der Pavillon auf natürliche Weise zersetzen. So wurde beispielsweise kreuzweise verleimtes Holz verwendet, das vollständig recycelbar ist, und die Wände und Fliesen des Innenhofs bestehen aus gepressten, ungebrannten Steinen aus Erde in Kombination mit Biokunststoff auf Basis von Algenstärke.“
Für Belgien war die Floriade 2022 in Almere also ein Erfolg. Dennoch ist die Zukunft der Floriade ungewiss: Die Organisatoren hatten damit gerechnet, die Zwei-Millionen-Besucher-Marke zu knacken, konnten aber letztendlich nur etwa 600.000 Besucher begrüßen.
Belgien und die Weltausstellungen
Expo 2025 Osaka
Belgien zog in Osaka fast 900.000 Besucher an. In der Geschichte der belgischen Pavillons zeichnete sich dieses lichtdurchflutete Gebäude durch einen thematischen Inhalt aus, der so ausgefeilt war wie nie zuvor.
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